Das Buch


Frauen zwischen Straße und Strafe


Wenn Freiheit Obdachlosigkeit bedeutet

Auch in Köln gibt es immer mehr Frauen, die auf der Straße leben. Oft haben sie gesundheitliche und psychische Probleme. Manche sind von Drogenkonsum gezeichnet und haben Hafterfahrung – meist wegen Beschaffungskriminalität oder als Ersatzfreiheitsstrafe wegen unbezahlter Forderungen. Viele meiden Notunterkünfte aus Angst vor männlicher Gewalt. Doch der sind sie auch auf der Straße ausgesetzt. 

In diesem Buch berichten acht Frauen zwischen 23 und 45 Jahren, über den Kreislauf von Haft und Wohnungslosigkeit und warum es so schwer ist, diesen zu durchbrechen.

Das Inhaltsverzeichnis des Buchs „Frauen zwischen Straße und Strafe“

Anstelle eines Vorworts – Heribert Prantl, Seite 6
Einleitung, Seite 8
Der öffentliche Raum, Seite 10
Blick in die Geschichte, Seite 12

„Ich will auch an morgen denken. Ich will lachen, ich will normal spazieren. Ich will ein normales Leben haben.“
Interview mit Bella (23), Seite 19

Recht auf Wohnen 25
Leben auf der Straße, Seite 36

„Am Anfang schämt man sich, aber hinterher nicht mehr.“
Interview mit Rose (24), Seite 44

Ausgrenzung, Abwertung, Anfeindung, Gewalt, Seite 56

„Ordnungsamt kommen hier. Ganze Klamotten weg.“
Interview mit Marzenna (40), Seite 63

„Ich würde alles dafür geben, dass die Obdachlosigkeit abgeschafft wird.“
Interview mit Mine (42), Seite 68

Gesundheit und sozialer Status , Seite 80
Illegale Drogen und ihre Bekämpfung, Seite 91
„Ich finde es eine Frechheit, dass man für seine Krankheit so bestraft wird.“
Louisa (38), Seite 101

„So ein Leben am Existenzminimum, da wird man rückfällig.
Interview mit Natascha (45) und Wiebke (41), Seite 112

Ansprüche an den Strafvollzug, Seite 126

„Resozialisierung in Haft, das behaupten alle – ist es aber nicht.”
Interview mit Kathi (27), Seite 146

Fazit, Seite 157
Was können wir tun? – 15 Forderungen, Seite 159
Wir sperren Menschen ein , Seite 164
Sie möchten Hilfe leisten, sich engagieren oder weiter informieren?, Seite 172
Die Autorinnen, Seite 174
Danksagungen, Seite 176
Sponsoren, Seite 178

Anleser Interview mit Bella (23)

„Ich will auch an morgen denken. Ich will lachen, ich will normal spazieren. Ich will ein normales Leben haben.“


Bella ist 23 Jahre alt und stammt aus Italien. In gebrochenem Deutsch schildert sie ihre Lebensumstände. Sie nimmt Drogen – früher gelegentlich, inzwischen aber jeden Tag. 2022 musste sie vier Wochen in der JVA Köln-Ossendorf absitzen, nachdem sie bei einem Ladendiebstahl erwischt worden war und keinen festen Wohnsitz nachweisen konnte. Seit ihrer Haftentlassung „wohnt“ Bella auf einem Parkplatz in Deutz.

Christiane: Du schläfst in einem Auto auf einem Parkplatz?

Bella: Ich schlafe auf einem Parkplatz ohne Auto, also auf dem Boden.

Das ist kalt.

Sehr kalt. Sehr kalt.

Wie bist du als Italienerin nach Köln gekommen?

Ich habe in Italien in einem Heim gewohnt, weil ich keine Eltern habe. Und als ich 18 Jahre alt wurde, kam ein Brief vom Gericht, und ich musste das Heim verlassen. Da habe ich einfach so, ohne Geld, ohne alles, einen Bus genommen von Catania bis Köln.

Warum?

Ich weiß nicht. Es war spontan. Ich habe nicht nachgedacht. Ich bin zum Bahnhof gegangen, habe den Bus gesehen und bin eingestiegen.

Wie hast du den Bus bezahlt?

Kein Geld. Ich habe mit dem Fahrer geredet. Meine Problem … Ich habe ihm den Brief gezeigt, er hat alles gelesen. Dann er hat gesagt, „Du kannst mitkommen“.

Und so bist nach Köln gereist. Hattest du hier eine Bleibe?


Nein, ich habe keine Wohnung gehabt. Ich bin nach Klettenberg gefahren. Ich weiß nicht, warum Klettenberg. Ich habe einfach so eine Straßenbahn genommen. 30 Minuten. Ja, ich bin da gegangen. Ich habe ein italienisches Restaurant gesehen, bin reingegangen. Und ich habe gefragt, ob ich helfen kann, ob der Besitzer eine Arbeit für mich hat. Der hat gesagt: „Ja, du kannst zu mir kommen“ – also, zu Hause. Ich habe da also eine Woche Tellerwaschen gemacht. Aber der war kein guter Mann. Nach der Woche hat er gesagt, du kannst gar nicht machen. Warum bist du nach Deutschland gekommen? Ich habe alles erzählt, ich habe keine Familie, der weiß alles über mich. Und der hat das benutzt. Also danach.

Und dann? Du hast ja erzählt, du hattest eine Wohnung?

Ich bin weitergezogen. Klettenberg, Berlin, München, Prag, überall. Dann, ich habe im Internet nach Arbeit gesucht und eine Arbeit hier in Köln gefunden. Also ich bin hier nach Köln gekommen. Dann habe ich mit Drogen angefangen.


Wie lang ist das her? Wann hast du in Köln angefangen zu arbeiten? Und wann hattest du eine eigene Wohnung?

Vor drei Jahren bin ich nach Köln gekommen. Ich habe gearbeitet, aber dann auch Drogen genommen. Aber nicht so wie jetzt. Früher nur einmal in der Woche. Jetzt nehme ich sie jeden Tag. Also früher habe ich schon Drogen genommen, aber ich habe auch immer gearbeitet. Und ich hatte eine Wohnung in Ehrenfeld. Da habe ich nur ungefähr sechs Monate gewohnt, dann habe ich die verloren wegen Drogen.


Kennst du Hilfsangebote? Außer VISION, vor dem wir hier sitzen?

Ich kenne nur Jobcenter.

Hilft dir das Jobcenter?

Jobcenter hilft dir wegen Wohnung bezahlen.

Lesen Sie das ganze Interview im Buch.


Über das Buch

Titel: Frauen zwischen Straße und Strafe
Untertitel: Wenn Freiheit Obdachlosigkeit bedeutet
Urheber: Metzger, Petra / Niesel, Christiane
ISBN: 978-3-949168-13-0
Verlag: Weissmann Verlag
Preis: 10,00 €
Bindung: Softcover
Seitenanzahl: 180
Farbige Abbildungen: 28

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Zusatzmaterial zum Buch


Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in „Frauen zwischen Straße und Strafe“?

Hier kommen Frauen zu Wort, die von ihrem Leben als Obdachlose und ihren Erfahrungen im und mit dem Gefängnis erzählen. Wie haben sie ihr Zuhause verloren? Warum waren sie inhaftiert? Wo finden sie Unterstützung? Welche Perspektiven und Hoffnungen haben sie?

Acht Frauen zwischen 23 und 45 Jahren schildern, wie sie nach ihrer Haftentlassung wohnungslos auf der Straße leben. Einige sind Mütter, aber keine hat ihre Kinder bei sich. Oft ist der Kontakt abgerissen. Manche hat ein bürgerlich geordnetes Leben geführt.

Das Buch handelt auch von den Hindernissen im Hilfesystem, fragwürdigem Haftaufenthalt sowie fehlende Resozialisierung und Entwicklungschancen. Es erzählt, warum es so schwer ist, aus dem Kreislauf von Haft und Wohnungslosigkeit auszubrechen.

Wie viel kostet „Frauen zwischen Straße und Strafe“?

Das Buch kostet 10 €.

Dieses Buch ist keine kommerzielle Buchproduktion. Sämtliche Einnahmen gehen nach Abzug der Kosten an den Verein „Obdachlose mit Zukunft“ OMZ e.V.

Wann wird „Frauen zwischen Straße und Strafe“ veröffentlicht?

Das Buch ist bereits veröffentlicht und kann in jeder Buchhandlung bezogen werden. Auch kann man das Buch direkt beim Weissmann Verlag versandkostenfrei bestellen.

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